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Gemeinsam anpacken für unsere artenreichen Flächen in unserem Landkreis

Blühwiesen, Magerrasen und Feuchtflächen gehören zu den wertvollsten Lebensräumen im Landkreis Landsberg. Viele seltene Pflanzen, Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel sind auf diese Flächen angewiesen. Damit sie erhalten bleiben, brauchen sie regelmäßige Pflege. Besonders wichtig ist dabei das traditionelle Arbeiten mit Rechen und von Hand. Maschinen können viele empfindliche Bereiche nicht erreichen oder würden seltene Pflanzen und Tiere beeinträchtigen. Hier ist Handarbeit unersetzlich.

Jede helfende Hand macht einen Unterschied. Wer bei einer Landschaftspflegeaktion mitarbeitet, erlebt Natur hautnah, bewegt sich an der frischen Luft und trägt ganz konkret zum Schutz unserer heimischen Artenvielfalt bei. Gemeinsam schaffen wir Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und bewahren die Schönheit unserer Kulturlandschaft für kommende Generationen.

Machen Sie mit! Ob für ein paar Stunden oder regelmäßig: Ihre Unterstützung hilft dabei, wertvolle Naturflächen im Landkreis Landsberg zu erhalten. Gemeinsam können wir mehr für die Natur erreichen. 

Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer der letzten Jahre! Ohne eure Mithilfe wäre all dies nicht möglich gewesen.

Bitte melden Sie sich, wenn sie helfen wollen.

 


Gimmenhausen - Ganz schön steil – und ganz schön viel Handarbeit

Einmal im Jahr wird der nacheiszeitliche Stadler Prallhang in der Gemeinde Vilgertshofen von uns gemäht und abgerecht – und das komplett in Handarbeit. Für Landwirte ist der Hang mit Maschinen nicht zu bewirtschaften. Mit unserem Balkenmäher, der mit Spezialreifen für das steile Gelände ausgestattet ist, braucht eine Person den ganzen Tag, um fast die gesamte Fläche zu mähen.

Und damit ist die Arbeit noch nicht getan: Anschließend muss das Mähgut von Hand zusammengerecht und abtransportiert werden. Besonders anstrengend war es in diesem Jahr an einem wunderschönen Spätsommertag mit ordentlich Wind. Kaum war das Heu zu Haufen zusammengerecht, verteilte der Wind es wieder über den Hang. Nach getaner Arbeit zeigten unsere Gesundheitsuhren viele Schritte und gut 40 erklommene Stockwerke an. Ganz schön anstrengend!

Aber die Mühe lohnt sich. Zur Belohnung gab es wie so oft beim BN eine wunderbare Brotzeit, gute Gespräche und vor allem Gemeinschaft. Ein schöner Ausklang nach getaner Arbeit.

Aber warum nehmen wir diesen Aufwand jedes Jahr auf uns?

Die Antwort liegt direkt vor unseren Füßen: Der Stadler Hang ist ein wertvoller, nährstoffarmer Trockenrasen. Wer den Hang entlanggeht, entdeckt eine beeindruckende Vielfalt seltener Pflanzen. Im Frühjahr leuchtet die violette Küchenschelle zwischen den sattgelben Blüten der Schlüsselblume. Im Sommer setzen Kartäusernelken, Skabiosen und Glockenblumen kräftige Farbtupfer ins Gras. Und im Herbst glänzen die silberweißen Blütenkörbe der Silberdistel zwischen den Gräsern.

Diese Blütenvielfalt wiederum bietet Nahrung für zahlreiche Insekten – darunter Heuschrecken, Schmetterlinge und Wildbienen. Und wo es viele Insekten gibt, finden auch Vögel Nahrung.

Ohne regelmäßige Pflege würde der Hang langsam verbuschen. Schnell wachsende Pflanzen und Gehölze würden die licht- und wärmeliebenden Arten verdrängen. Deshalb wird die Fläche im Herbst gemäht. Dabei bleiben bewusst kleine Bereiche stehen, damit Insekten und andere Kleintiere auch im Spätherbst Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten finden.

Was also nach viel Arbeit aussieht – und es ist viel Arbeit – ist gleichzeitig aktiver Naturschutz: Mit jedem gemähten Stück Hang helfen wir dabei, einen besonderen und artenreichen Lebensraum zu erhalten.

Wenn im nächsten Frühjahr wieder die Küchenschellen blühen, die Schmetterlinge über den Hang flattern und die Silberdisteln im Herbst leuchten, zeigt sich, warum sich der Aufwand lohnt. (Text: C. Thornton)