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Zerstörung von wertvollen Wiesenflächen

Auf dem Fliegerhorst Penzing befinden sich ganz besondere extensiv bewirtschaftete Wiesen

Der Fliegerhorst Penzing ist an vielen Stellen stark mit Bäumen und Büschen bewachsen. Neben den Landebahnen befinden sich sehr große Wiesenflächen (Extensivwiesen), die seit Jahrzehnten nicht mehr gedüngt wurden. Durch die Ansiedlung des Großkonzerns Intel werden diese wertvollen Rückzugsgebiete für die Tierwelt zerstört – die Artenvielfalt wird weiter zurückgehen und ein Teil des Mosaiks für Biotopbrücken wird entfallen.

Flachland-Mähwiesen sind typische Lebensräume der Kulturlandschaft, die durch die menschliche Nutzung geprägt wurden. Sie sind jedoch in den letzten Jahren durch Umbruch, Aufdüngung und Nutzungsintensivierung stark zurückgegangen. Gerade im Landsberger Raum sind sie mittlerweile sehr selten. Nahezu vollständig unterliegen die Extensivwiesen auf dem Fliegerhorst Penzing als arten- und strukturreiches Dauergrünland dem gesetzlichen Schutz nach Art. 23 BayNatSchG, sie sind also „gesetzlich geschützte Biotope“.

Auf dem Fliegerhorst Penzing wurden die Wiesen jahrzehntelang "bewirtschaftet", also gemäht, ohne gleichzeitig gedüngt worden zu sein. In der "Normallandschaft" wurden diese ehemaligen "Normal-Wiesen" seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts entweder aufgedüngt und in Intensiv-Grünland umgewandelt oder (auf mageren Böden) aufgrund fehlender Rentabilität nicht mehr bewirtschaftet, was dort zu Verbuschung und Verlust der Wiesen geführt hat. Extensivwiesen in einer Flächen-Dimension wie auf dem Fliegerhorst sind überregional extrem selten und wertvoll. Gerade in einer intensiv landwirtschaftlich geprägten und relativ ausgeräumten Flur wie in Penzing sind solche noch vorhandenen artenreichen Flächen sehr wichtige Ausgangsflächen für den in der neuen Naturschutzgesetzgebung festgesetzten zu erreichenden Biotopverbund. Auch ist bereits in Art. 1 BayNatSchG festgelegt, dass Staat, Landkreise, Gemeinden und alle sonstigen juristischen Personen des öffentlichen Rechts (wozu auch die BIMA – Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – zählt, welcher die Flächen des Fliegerhorstes Penzing gehören) dazu verpflichtet sind, ihre Grundstücke im Sinne von Naturschutz und Landschaftspflege zu bewirtschaften.

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Hintergrundinformationen zum Lebensraumtyp 6510

Beim Lebensraumtyp 6510 - und grundsätzlich allen artenreichen Extensivwiesen - handelt es sich um artenreiche, durch extensive Mahd bewirtschaftete Wiesen des Flach- und Hügellandes. Dies schließt sowohl trockene Ausbildungen mit Wiesensalbei (Salvia pratensis) und Glatthafer (Arrhenatherum elatius) als auch frisch-feuchte Mähwiesen z. B. mit Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) und Großem Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) ein. Im Gegensatz zum konventionell bewirtschafteten, ertragreichen Wirtschaftsgrünland ist der Lebensraumtyp 6510 wenig gedüngt und blütenreich; der erste Heuschnitt erfolgt nicht vor der Hauptblütezeit der Gräser.

Typische 6510-Wiesen sind zwar Gräser-dominiert, weisen aber eine sehr hohe Zahl an Kräutern und Blütenpflanzen auf, wie z. B. Wiesen-Glockenblume (Campanula patula), Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Wilde Möhre (Daucus carota), Klappertopf (Rhinanthus spp.) und zahlreiche andere Arten. Feldlerche, Wiesenpieper, Braunkehlchen und Wachtel finden hier ihren Lebensraum. Im Juni bereichern Schmetterlingsarten wie Postillion, Ochsenauge, Ameisenbläulinge, Wiesenvögelchen, Schachbrett, Widderchen u. v. a. das Bild, im Sommer kann man Heuschrecken-Konzerte vernehmen. Zahlreiche Rote-Listen-Arten, sowohl der Flora als auch der Fauna, haben ihren Verbreitungsschwerpunkt oder sogar ihren einzigen Lebensraum in mageren Flachland-Mähwiesen.

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