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Weiterer Flächenverbrauch trotz zukünftig großer freier Flächen am Flugplatz Penzing

BUND Naturschutz befürchtet weiteren Flächenverbrauch und Versiegelung der Landschaft

Dem Vernehmen nach laufen derzeit konkrete Planungen für die Errichtung eines großen holzverarbeitenden Betriebes (Firma Steico) im Bereich der Einöde Stillern südlich der Autobahn A 96.

Eine derartige Ansiedelung widerspräche eklatant dem Anbindegebot des Landesentwicklungsprogramms (LEP). Demnach sind neue Siedlungs- und Gewerbeflächen in Anbindung an geeignete Siedlungseinheiten auszuweisen. Dies ist in der dortigen Einöde nicht gegeben. „Auch die seit 2018 geltenden Ausnahmen vom Anbindegebot treffen hier nicht zu. Somit ist eine Industrieansiedlung hier nicht genehmigungsfähig“, so der stellv. Kreisvorsitzende Peter Satzger

Zusätzlich ist eine weitere erhebliche Versiegelung der Landschaft zu befürchten. Zwangsläufig gehen die dortigen landwirtschaftlich genutzten Flächen verloren. Dies wiederum erhöht den ohnehin schon bestehenden Flächen- und Kostendruck für die Landwirtschaft z.B. bei Pachten. Zudem müssten unter anderem die erschließenden Straßen wie die autobahnbegleitende Ortsverbindungsstraße für den zu erwartenden Lastwagenverkehr ertüchtigt, sprich massiv verbreitert, werden.

Mit Blick auf den zu erwartenden weiteren Flächenverbrauch weist der BUND Naturschutz auf die vielen Leerstände und nicht genutzten Flächen insbesondere auch Konversionsflächen im Landkreisgebiet hin. „Bevor in der freien Landschaft neu versiegelt und Fläche verbraucht wird, sollte zuerst einmal eine Bestandsaufnahme von Leerständen im Landkreisgebiet erfolgen“, so der Kreisvorsitzende Folkhart Glaser

Vor diesem Hintergrund wünscht der BUND Naturschutz eine ortsbezogene, kritische und naturverträgliche Planung, die sowohl die Ansprüche der Schaffung von Arbeitsplätzen als auch die der Nachhaltigkeit berücksichtigt und erfüllt. Gerade bei Versprechen zu Arbeitsplätzen möchte der BN daran erinnern, dass bei der Ansiedlung des Großsägewerks Klausner – heute Ilim Timber – 1000 Arbeitsplätze in einem Holzcluster versprochen wurden, aber nur ein Bruchteil dann wirklich kam.

„Die Firma Steico ist sicher eine Firma, gegen deren Ansiedlung grundsätzlich nichts einzuwenden ist. Allerdings müssen auch dabei die ohnehin schon stark aufgeweichten Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms erfüllt werden. Wir haben im Landkreis bereits eine erhebliche Reduktion der landwirtschaftlichen Flächen durch den Wildwuchs von Gewerbeflächen. Diese Planung erhöht nun noch weiter den Druck auf die Landwirtschaft zu einer weiteren Intensivierung. Nach dem großen Volksbegehren zur Artenvielfalt sollte eigentlich allen Verantwortlichen klar sein, dass es Zeit ist umzudenken.“, so der stellv. Kreisvorsitzende Peter Satzger.