Radweg neben der Birkenallee in Diessen

Die Birkenallee mitten im Naturschutzgebiet
gefährliche Fahrsituation für Radfahrer
Der Brachvogel
Radwegstrasse Raisting - Dießen

Obwohl das Straßenbauamt 2010 endlich seine Pläne zum Bau eines Radweges entlang der Birkenallee begraben hat, haben die Bürgermeister von Dießen, Pähl und Raisting einen neuen Anlauf genommen, um doch noch einen Radweg bauen zu können. 2004 war das Planfeststellungsverfahren für die Trasse entlang der Birkenallee gestoppt worden, da sich aus naturschutzfachlichen Gründen keine Trasse parallel zur Straße bauen ließ.

1987 plante das Straßenbauamt einen Fahrradweg entlang der sogenannten „Birkenallee“ von Dießen nach Fischen. Dadurch wären das Vorkommen von Wiesenbrütern und Stelzvögeln wie dem Großen Brachvogel in der Vogelfreistätte Ammersee-Südufer massiv gefährdet. Denn diese weisen sehr große Fluchtdistanzen (auch vom Nest) auf und reagieren auf Menschen (im Gegensatz zu Autos) als natürliche Feinde.
Der BN erwirbt Sperrgrundstücke, propagiert Ausweichrouten und fordert Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Birkenallee um mögliche Radler zu schützen. In jahrelangen Auseinandersetzungen mit anderen Interessen und in Zusammenarbeit mit dem ADFC wird die sog. „Raistinger Schleife“ schlussendlich in den bayerischen Fernradwegeplan aufgenommen.
Im Jahre 2010 endlich begräbt das Straßenbauamt seine Planungen, die zwischenzeitlich auch eine Gasleitung beinhaltet hatten.

Die Allianz der Bürgermeister und Fahrradverbände sind nun an die Regierung von Oberbayern herangetreten, um die Sachlage nach "neuesten ornithologischen Erkenntnissen" neu zu verhandeln.

Den aktuellen Presseartikel dazu finden Sie hier.

Mittlerweile werden zwei Trassenvarianten diskutiert, die unseres Erachtens keine Chance auf eine Realisierung haben. Die eine Variante verfolgt die Idee, die Radtrasse östlich der Kreisstr LL10 zu führen. Dieser Variante steht entgegen, dass dadurch ein Eingriff in wertvolle Teile des FFH Gebietes und des Naturschutzgebietes verursacht würden. Die andere Variante sieht die Führung des Radweges zwar westlich an der Kreisstraße vor, allerdings bis hin zu Kreuzung Raisting/Diessen, was ein Versetzen der gesamten Straße nach Osten zu Folge hätte, da ein Sicherheitsabstand zu den Bahngleisen eingehalten werden muss, was die gleichen folgenschweren Eingriffen in das FFH- und NSG –Gebiet zur Folge hätte. Bei beiden Varianten ist außerdem eine Querung der Birkenalle für die Radfahrer erforderlich, die unzumutbar und gefährlich ist.
Nachdem die Grundstücksverhandlungen für eine Trasse unmittelbar entlang der Kreisstraße WM9 gescheitert waren und auch die andere Variante durch die Ertlmühle wegen des Widerspruches der Eigentümerin nicht mehr weiterverfolgt werden konnte, stellte uns der Bürgermeister von Raisting eine neue Variante vor, die uns nach wie vor als die beste Lösung erscheint (siehe Karte), da die Trasse  zwar ein kurzes Stück durch das FFH-Gebiet führt, aber keine wirklich wertgebenden Teile zerstört werden und ohne Querung der Birkenalle auskommt.
Die beiden Naturschutzverbände Landesbund für Vogelschutz und Bund Naturschutz und die Schutzgemeinschaft Ammersee haben schon zugestimmt, dass sie nicht auf eine aufwendige FFH-Verträglichkeitsprüfung bestehen, allerdings mit der Forderung, dass der bereits bestehende und dann überflüssige Radweg, der zwischen der Kreuzung Raisting/Diessen und der Marktgemeinde Diessen, östlich der Staatsstraße 2056 im Naturschutzgebiet liegt, vollkommen zurückgebaut wird. Damit würden die Radler nur wieder animiert die Birkenalle zu überqueren, anstatt den „Panoramaweg“ westlich der Gleise zu nehmen. Von Herrn Regierungspräsidenten Hillenbrand wurde uns schon 2011 zugesichert, dass die Regierung diesem Projekt jede Unterstützung und Förderung zukommen lassen würde.
Ein aktuelles Schreiben des Ministers Joachim Herrmann bestätigt auch wieder, dass von Seiten des Staatsministeriums des Inneren, für Bau und Verkehr eine konsensfähige und rechtlich umsetzbare Lösung gefordert  wird.
Im FFH-Gebiet muss die eingriffsärmste Variante gewählt werden, das ist zweifellos, die hier vorgestellte.
Wir hoffen nun, dass sich die beiden Gemeinden Raisting und Diessen bald möglichst für diese, hier vorgestellte Variante entscheiden. Die Schutzgemeinschaft steht zu Ihrem Zugeständnis ihr 3700qm großes Grundstück für einen evt Grundstückstausch zur Verfügung zu stellen, damit diese Lösung realisiert werden kann, auch wenn einzelne Eigentümer ihren Grund nicht zur Verfügung stellen sollten.